Dienstag, 2. Dezember 2014

Wer folgt Conchita Wurst?

Im Februar und März wird in 4 TV-Shows der Act gesucht, der beim Heim-Song-Contest 2015 in Wien den Titel verteidigen soll. Heute hat der ORF die 16 Künstler/Bands bekanntgegeben, die in den Shows gegeneinander antreten werden. Ich habe die teils sehr unbekannten SängerInnen und Gruppen genauer unter die Lupe genommen: 

Celina Ann Selinger


Die 23-Jährige stammt aus einer Musikerfamilie und studiert selbst am Konservatorium in Wien Pop. Ausschnitte von ihren Auftritten sind im Internet rar gesät, auf YouTube findet man einige ältere Videos von Bällen und kleineren Konzerten. Sie ist definitiv eine talentierte Sängerin, ob sie allerdings die Erfahrung für die große Bühne hat, darf bezweifelt werden.

Clara Blume


Viel erfahrener ist da bereits Clara Blume. Die 30-Jährige Wienerin tritt schon seit über 10 Jahren auf und leitet als Moderatorin und Gastgeberin den Wiener Singer-Songwriter Circus. Bei den Vorausscheidungen will sie mit selbst komponierten Songs das Publikum und die Jury begeistern.

Dawa


Dawa ist eine vierköpfige Akustik-Cello-Folkrock-Band aus Wien. Mit ihrer Single „Relief“ vom letztjährigen Debütalbum „This should work2 konnten sie auf YouTube immerhin schon über 100.000 Klicks verzeichnen, heuer traten sie schon auf diversen Festivals (PictureOn, Waves, Autumn Leaves) auf und in den letzten Jahren waren sie auch schon im Vorprogramm von international erfolgreichen Künstlern wie Milow oder den Cranberries zu hören.

folkshilfe


folkshilfe sind drei Oberösterreicher, die mit einer Fusion aus Volks- und Popmusik ohne Gabalierschen Nationalismus und humorvollen Texten in Mundart ihr Publikum begeistern. Das funktioniert zwar in Österreich sehr gut, das internationale Potential stelle ich hier allerdings stark in Frage.

Johann Sebastian Bass


Johann Davidus Bass, Johann Martinus Bass and Johann Domenicus Bass nennen sich die drei, die sich laut eigenen Angaben im 18. Jahrhundert kennen gelernt haben und „elektrococo“ spielen, also eine Kombination aus Elektro und Rokoko. Ein sehr spannendes Projekt, das durchaus auch auf der großen ESC-Bühne funktionieren könnte – oder komplett untergehen.

Kathi Kallauch


Die 26-Jährige steht derzeit mit ihrer Single „Schon Sehen“ auf Platz 10 der Ö3-Hörercharts und damit 2 Plätze vor Conchita Wursts „Heroes“. Sie setzt auf deutschsprachigen Pop mit melancholischem Einschlag, wie gut das beim ESC ankommt, weiß man aber auch nicht.

Kommando Elefant


Wohl aktuell DIE Lieblinge der österreichischen Indie-Szene. Die aktuelle Single „Ich find dich seltsam“ klingt verdammt stark nach Frittenbude und stieg auf Platz 2 der Austrian Indie Charts ein. Das Trio existiert seit mittlerweile 6 Jahren und veröffentlichte schon 3 Alben. Sehr österreichisch, sehr indie, sehr gewöhnungsbedürftig.

Lemo


Der Grazer feierte heuer mit seinem Überraschungs-Sommerhit „Vielleicht der Sommer“ große Erfolge in Österreich. Dazu trat er schon als Support von internationalen Größen wie Milow und James Blunt auf und zierte das Cover der Kleinen Zeitung. Einer der Top-Newcomer dieses Jahres, 150.000 Klicks auf YouTube seit Juni sprechen eine eindeutige Sprache.

The Makemakes


Von den Künstlern, die sich um die Teilnahme am Song Contest streiten, sind The Makemakes wohl die bisher erfolgreichsten. Das Trio aus Vöcklabruck hat bisher bereits zwei Top10-Platzierungen in den österreichischen Charts zu verzeichnen und trat 2013 im Vorprogramm von Bon Jovi auf. Außerdem kursiert das Gerücht, der Sänger Dodo Muhrer sei ein unehelicher Sohn von Christoph 
Waltz.

Mizgebonez


Dreista, Weiza, Sir Mikey Gl8z, Shabrone und Cherrellone nennen sich die 5 Künstler, die unter dem Namen Mizgebonez gemeinsam auftreten. Ihre Musik ist ungefähr so ernstzunehmen wie die ÖVP in Wien. Das mag zwar ganz witzig sein, aber international wäre das die nächste Blamage im 
Trackshittaz-Ausmaß.

Renato Unterberg


6 Musiker unter dem Namen ihres Sängers – aktuell touren sie durch Österreich, Deutschland, Slowenien und die Schweiz. Ihr Musikstil ist eine Mischung aus Folk, Pop, Rock und Soul. Klingt äußerst vielversprechend.

Royal Combo


Das Wiener Reggae-Hip-Hop-Trio, das es laut der eigenen Homepage seit über einem Jahr nicht mehr gibt, überzeugen ihre Fans mit „Proloflow“ und Texten, die irgendwo zwischen Moneyboy und Skero liegen.  Das klingt zwar sehr geil, passt aber auch überhaupt nicht zum ESC.

The su’sis


Das Damentrio begeistert mit Swing im Stil der 30er-Jahre und mehrstimmigem Gesang. Eine der unbekannteren Acts, denen wohl nur Außenseiterchancen einzuräumen sind.

Tandem


Die Sängerin Kristina Buconjic und der Gitarrist und Sänger Georg Prenner nennen ihre Musik selbst Dramapop. Die Einschläge aus der kroatischen Volksmusik – die Sängerin stammt aus Kroatien – sind deutlich hörbar und wären beim ESC sicher kein Nachteil, um sich Punkte vom Balkan zu holen.

wo/Men


wo/Men sind 14 MusikerInnen, über die sich praktisch nichts herausfinden lässt. Klar ist nur, dass beim ESC nur eine kleine Auswahl von ihnen auf der Bühne stehen dürfte, schließlich sind nur 6 Personen pro Auftritt auf der Bühne erlaubt.

Zoe Straub



Die 18-Jährige stand 2007 im Finale des Kiddy Contest und ist die Tochter von papermoon-Gitarristen Christof Straub. Sie will das Publikum mit Chansons überzeugen, wie gut das in Österreich ankommt, wird man bei den Vorausscheidungen sehen. 

Montag, 13. Oktober 2014

Wie geht eigentlich lernen? – Mein Start auf der Uni

Die erste Prüfung auf der Universität ist überstanden. Der Umstieg vom behüteten Dorfgymnasium auf die große Stadtuni ist zumindest nicht gleich zu Beginn misslungen. Die Frage, warum der Vierer auf die erste Prüfung auf der WU härter erlernt war als jeder einzelne der Einser auf die Matura, bleibt mir aber doch irgendwie im Kopf. War das Gymnasium so leicht? Ist die STEOP wirklich eine reine Aussiebung, wie es die Durchfallquote von 50% vermuten lässt? Habe ich in den ewig langen Sommerferien so viel vergessen? Kann ich ohne grafikfähigen Taschenrechner gar nichts mehr? Stimmt von dem allem ein bisschen etwas? Ein großes Problem habe ich jedenfalls schnell identifiziert. Wenn ich im Studium meinen Notenschnitt aus der Schulzeit auch nur annähernd halten will und meinen hart erkämpften (bzw. eigentlich erschriebenen) Top League-Platz nicht nach 3 Semestern wieder verlieren will, muss ich meinen Einsatz jedenfalls steigern. Ohne zu lernen locker zumindest einen Zweier schaffen, das geht hier garantiert nicht. Und auch die Organisation meines Lernens muss besser werden. Wer in den 4 Jahren Oberstufe für hoch geschätzte 5 Prüfungen gelernt hat, der hat überhaupt keinen Plan, wie man vernünftig eine große Stoffmenge so einteilt, dass er am Ende noch den Anfang weiß und die Zeit bis zur Prüfung nützt, ohne kurz vorher in eine riesengroße Panik zu verfallen. Schon gar nicht, wenn derjenige nie freiwillig irgendetwas getan hat, sondern nur dann, wenn ihm klar war, dass es ohne Lernen wirklich nicht geht. Die zwei Wochen vor der Mathe-STEOP waren vom Lernaufwand sicher die höchsten in meinem Leben und am Ende steht gleichzeitig die schlechteste Note meiner Bildungslaufbahn? Sehr merkwürdig. Dabei liegt mir das System der Kontrollfragen, die per Multiple-Choice zu beantworten sind, grundsätzlich gar nicht schlecht. Die Gefahr der Ablenkung ist zwar beim Lernen am PC immer da, aber eigentlich war ich auch da einigermaßen konsequent.
Klar ist, für die nächsten Prüfungen – BWL und VWL im November – wird auf jeden Fall mehr gelernt. Ob das zu besseren Noten führt, kann ich nach der Prüfung sagen, aber ich gehe davon aus. Für alle, die noch nicht mit dem Studium angefangen haben oder die noch keine Prüfungen absolviert haben, kann ich nur den Tipp geben, sich von Anfang an darauf einzustellen, dass mit dem gleichen Aufwand sicher nicht die gleichen Ergebnisse erzielt werden können.

Aber immerhin: Sonst war der Umstieg vom BG Berndorf auf die WU Wien weniger Kulturschock als erwartet. Die meisten Leute sind da wie dort sehr freundlich, das Essen hat da wie dort schlimme Qualitätsschwankungen (wobei, wenn man in der Mensa freiwillig Dinkel-Käse-Laibchen auf Gemüse-Curry bestellt, wenn man auch Pizza haben könnte, muss ja eigentlich bestraft werden) und wenn man halbwegs offen durch die Gegend geht, kann man auch da wie dort sehr schnell Kontakte knüpfen. Und nur weil die Leute jetzt statt Schüler Studenten heißen, haben sie auch nicht weniger Blödsinn im Kopf – wahrscheinlich sogar eher mehr.

Freitag, 2. Mai 2014

Eurovision Song Contest 2014 - Das sind die Gegner Österreichs

Am 8. Mai wird Conchita Wurst für Österreich versuchen, ins Finale des Eurovision Song Contest 2014 vorzustoßen. Ich habe mir die anderen Teilnehmer im Halbfinale 2 genauer angehört:

1. Malta: Firelight – Coming Home


Die Malteser schicken die Folk-Pop-Band Firelight ins Rennen, deren Song genauso gut von Mumford&Sons stammen könnte. Die Nummer klingt zwar etwas beliebig, geht aber doch ganz gut ins Ohr. Die Chancen auf eine Finalteilnahme dürften damit recht gut stehen.


2. Israel: Mei Feingold – Same Heart


Ein äußerst langweiliger Dancepop-Song. Das auffälligste ist die verdammt tiefe Stimme der Sängerin, wobei man da erst hören wird, wie das ganze live klingt, nachdem solche Songs in den letzten Jahren in der Show noch schlechter geklungen haben als in der Studioversion. Wenn es nach den Wettanbietern geht, wird sich die Finalteilnahme trotzdem ausgehen.


3. Norwegen: Carl Espen – Silent Storm


Österreich ist nicht die einzige Nation, die mit Ballade und Bart an den Start geht – auch Norwegen tut das, allerdings mit einem Mann. Das sehr reduzierte Lied bleibt nicht in Erinnerung und ist daher wohl nicht wirkliche ESC-tauglich, obwohl es eigentlich ein guter und gut gesungener Song ist. Das Finale ist trotzdem möglich, der 4. Platz von Margaret Berger im Vorjahr ist aber wohl kaum zu erreichen.


4.  Georgen: The Shin & Mariko – Three Minutes To Earth


Was? Ist? Das? Es gab ja in den letzten Jahren so einige merkwürdige Songs beim Song Contest, aber das hat schon lange keiner mehr übertroffen. Die Hippie-Bewegung ist nun auch in Georgien angekommen, weil man die Band dort aber nicht hören wollte, hat man sie halt nach Dänemark geschickt. Anders kann ich mir diesen Auftritt wirklich nicht erklären. Das Finale sollte außer Reichweite sein, aber Überraschungen gab es in den letzten Jahren immer wieder.


5. Polen – Donatan & Cleo – My Słowiane


Die eingängigste Nummer des gesamten Feldes. Polen verbindet Hip-Hop mit Balkan-Pop (oder so etwas Ähnliches aus Polen) und Brüsten. Eigentlich vor allem Brüsten. Wenn der Auftritt in Kopenhagen dem im Video auch nur in irgendeiner Weise nahe kommt, werden zumindest zahlreiche Männer aus ganz Europa für Polen anrufen. Der Song selbst ist nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes. Das Finale sollte aber auf jeden Fall sicher sein.


6. Österreich – Conchita Wurst – Rise like a Phoenix


Unser großer Vorteil ist, dass man beim Song Contest nur für etwas anrufen kann. Ich glaube, dass alleine durch die Tatsache, dass eine „Frau“ mit Bart singt, viele Leute anrufen werden. Der Song selbst ist eine Ballade in bester Bond-Manier, die zumindest die letzten Auftritte Österreichs locker in die Tasche steckt. Ein Finalplatz ist sehr realistisch, wie weit es dort nach oben geht, ist schwierig vorherzusagen. Aber schrille Figuren hatten immer gute Chancen beim ESC.


7. Litauen: Vilija Matačiūnaitė – Attention


Wenn die Sängerin nicht zu Beginn des Songs 2x Attention schreien würde, hätte man den Song schon wieder vergessen, bevor er richtig angefangen hat. Total langweilige Strophen, dann eine völlig unpassende Bridge und ein billiger Dubstep-Refrain. Das darf nicht für das Finale reichen.


8. Finnland: Softengine – Something Better


Laaaaaaangweilig. Könnte jederzeit auf Ö3 laufen, ohne dass es irgendjemandem auffallen würde. Für den Songcontest fehlt hier aber das Ohrwurm-Potenzial. Da müsste die Rockband, die verdammt stark an Imagine Dragons erinnert und somit sicher nichts für Elke Lichtenegger ist, schon einen phänomenalen Live-Auftritt hinlegen, damit man das Finale erreicht.


9. Irland: Can-Linn (feat. Kasey Smith) – Heartbeat:


Das ist wohl der durchschnittlichste Popsong in der Geschichte durchschnittlicher Popsongs. Die Band wurde extra für den Song Contest gegründet und klingt durch und durch nach Castingshow. Könnte trotzdem für das Finale reichen, weil durchschnittliche Popsongs ja generell nicht unbeliebt sind.


10. Weißrussland: Teo – Cheesecake:


Eigentlich dürfte man diesen Song nicht mögen, er ist monoton, lyrisch total beliebig und der Sänger kann ganz offensichtlich kein Englisch, obwohl er in dieser Sprache singt. Trotzdem finde ich ihn irgendwie gut. Er ist flott, hat einen netten Beat und einen Ohrwurm-Refrain. Von den Wettanbietern wird er zwar als krasser Außenseiter auf das Finale gesehen, aber ich würde ihm das Finale vergönnen.


11. Mazedonien: Tijana Dapčević – To The Sky


Die Dame kann nicht singen und der Song ist total öd. Sollte nicht ins Finale kommen, und wenn die Wettanbieter nicht total falsch liegen, wird er das auch nicht.


12. Schweiz: Sebalter – Hunter of Stars


Eine klassische Gute-Laune-Nummer. Der Song klingt einfach fröhlich, der Sänger pfeift und täuscht damit ein bisschen über die Beliebigkeit hinweg. Macht aber Spaß und sollte jedenfalls ins Finale, auch wenn der Grinser von Sebalter irgendwann etwas befremdlich wirkt.


13. Griechenland: Freaky Fortune feat. Risky Kidd – Rise Up


Disco! Zwar total beliebig, aber mit Potenzial zum Sommerhit in den Discos in ganz Europa. Solche Lieder funktionieren im Normalfall zwar beim Song Contest nicht, der Song ist aber einer der ganz wenigen, die ich mir freiwillig anhören würde. Finale muss sich jedenfalls ausgehen.


14. Slowenien: Tinkara Kovač – Round And Round


Sehr ruhige, aber durchaus schöne Pop-Nummer. Ich  bezweifle aber, dass genug Erinnerungspotenzial für einen Votingerfolg da ist. Für den ESC ist das wohl eine Spur zu ruhig und könnte daher im Halbfinale scheitern.


15. Rumänien: Paula Seling & Ovi – Miracle


Zum Abschluss noch eine typische ESC-Ballade. Erinnert wohl nicht nur mich an den aserbaidschanischen Siegersong von 2011. Dass solche Lieder gut funktionieren, hat man schon oft genug gesehen, daher wird Rumänien im Halbfinale keine Probleme haben und könnte auch im Finale zu den Favoriten zählen.


Mein Tipp für die 10 Finalisten aus dem 2. Halbfinale


Rumänien
Griechenland
Schweiz
Weißrussland
Österreich
Polen
Norwegen
Malta
Griechenland
Irland

Donnerstag, 2. Januar 2014

5 Spieler, die 2014 ganz genau zu beobachten sind

Heinz Lindner

Austrias Champions-League-Hero dürfte wohl in den nächsten Tagen seine Heimat verlassen und an die Weser wechseln. Bei Werder Bremen ist man bei der Suche nach einer neuen Nummer 1 – Mielitz konnte in der Hinrunde nicht überzeugen und wurde gegen Ende der Spielzeit sogar von Raphael Wolf (der frühere Kapfenberger) ersetzt – scheinbar fündig geworden. Der Transfer macht sowohl für den Spieler als auch für seinen neuen Verein sehr viel Sinn. Bremen kriegt einen Torhüter, der sein Niveau schon international nachweisen konnte und definitiv eine Verbesserung auf der Position darstellen wird. Und Lindner könnte über einen Stammplatz in der Deutschen Bundesliga , der so leicht wie in Bremen sonst wohl nur in Mainz zu erreichen wäre, endlich die Nummer 1 im Nationalteam werden, wo Robert Almer zwar großteils souveräne, aber keine überragenden Leistungen geboten hat. Außerdem würde wohl auch finanziell eine ordentliche Steigerung für ihn herausspringen.

Louis Schaub

Er ist wohl der Hoffnungsträger bei Rapid, was eine große Zukunft anbelangt. Der erst 19-jährige, der auch einen deutschen Pass besitzt, bestritt im Herbst jede Partie für Rapid, egal ob Bundesliga, Cup oder Europa League, außerdem spielte er in der U21-Nationalmannschaft Österreichs 5 Begegnungen. Zwar merkte man gegen Ende der Hinrunde schon deutlich, dass ihm ebenso wie einem Teil des restlichen Rapidkaders langsam die Luft ausgeht, aber man darf nie vergessen, dass es seine erste vollständige Saison in der ersten Mannschaft ist. Nun gilt es, die starken Leistungen zu bestätigen und ein bisschen konstanter zu werden – dann kann er endgültig zur entscheidenden Figur im Offensivspiel des Rekordmeisters aufsteigen und die internationalen Angebote werden ebenso wenig ausbleiben wie das Debüt in der A-Nationalmannschaft.

Kevin Wimmer

Der 21-jährige vom 1.FC Köln wurde heute vom „Kicker“ zum besten Innenverteidiger der 2. Deutschen Bundesliga gewählt. Alleine diese Auszeichnung sagt wohl schon genug über die Qualitäten des Oberösterreichers aus, der es erst heuer unter Peter Stöger zum Stammspieler bei den Geißböcken geschafft hat. Auch Marcel Koller blieb der Aufstieg nicht verborgen und so durfte Wimmer gegen die USA schon ein bisschen Länderspielluft schnuppern. Wenn alles glatt läuft, könnte er heuer nicht nur gemeinsam mit seinem Verein den Sprung zurück in die Erstklassigkeit schaffen, sondern auch einen Stammplatz in der Nationalmannschaft erreichen. Viel schlechter als Pogatetz und Prödl könnte er es neben dem gesetzten Aleks Dragovic kaum machen, zudem ist er noch deutlich jünger als seine Konkurrenten.

Robert Zulj

Sein Vertrag bei den Riedern läuft im Sommer aus, verlängern wird er ihn definitiv nicht. Die Frage bliebt nur, ob die Innviertler noch Geld mit ihm verdienen wollen und ihn gleich im Winter verscherbeln werden oder ob er erst im Juli den nächsten Schritt gehen darf. Zu den zahlreichen Interessenten für den hochveranlagten Offensivallrounder zählen neben den Big3 in Österreich (Salzburg, Rapid, Austria) auch Köln, Kaiserslautern, 1860 München und Ingolstadt. Egal, wohin sein Weg auch hinführen wird, wer mit 21 Jahren schon fast 100 Bundesligaspiele und immerhin 26 Tore erreicht hat, setzt sich sowohl in der zweiten deutschen Liga als auch bei den Topclubs in Österreich durch. Auch für das Nationalteam dürfte er wohl schon in absehbarer Zeit ein Thema werden, auch wenn die Konkurrenz im offensiven Mittelfeld sehr groß ist. Und vielleicht weiß die Öffentlichkeit dann auch endlich, wie man ihn nun eigentlich ausspricht.

Philipp Zulechner

Mit 23 Jahren fällt er zwar nicht mehr in die Kategorie Nachwuchstalent, dennoch muss man auf jemanden, der in 20 Spielen für Grödig 15 Tore in der Bundesliga geschossen hat, auch in Zukunft auf der Rechnung haben. Im Vorjahr mit 11 Treffern in der Ersten Liga noch wenig sensationell für Horn unterwegs, stieg er im abgelaufenen Halbjahr zum Goalgetter des Landes auf. Diese Entwicklung blieb auch Marcel Koller nicht verborgen und wurde mit 6 Minuten Einsatzzeit gegen die USA belohnt. Auch die Gerüchteküche rund um den Wiener ist schon am Köcheln, neben seinen „Stammvereinen“ Austria (7 Jahre im Nachwuchs) und Red Bull Salzburg (3 Saisonen für Akademie und Juniors) sind auch zahlreiche deutsche Bundesligisten (Hoffenheim, Freiburg, Nürnberg) und die Serie A-Klubs Bologna und Verona hinter Zulechner her.

Montag, 23. Dezember 2013

Wahlbündnis KPÖ, Piraten & Der Wandel – Endlich eine linke österreichische Partei?

Fayad Mulla - Vorsitzender "Der Wandel"
Die KPÖ, die Piraten und „Der Wandel“ überlegen, bei der kommenden EU-Wahl im Juni 2014 gemeinsam als Wahlbündnis anzutreten, um die Chance auf zumindest ein Mandat zu erhöhen. Grundsätzlich muss man klar sagen, dass auch für alle drei Parteien gemeinsam ein Mandat bei der EU-Wahl, für das man ungefähr 5% benötigt, fast unmöglich zu erreichen ist. Dennoch hätte ein geeintes linkes Lager in Österreich durchaus Charme.

Neos nacheifern?
Was die Neos durch die Partnerschaft mit dem LIF und den JuLis für das Liberale Lager geschafft hat, könnte dieses Bündnis nun also links-außen versuchen. Warum man auf so eine Idee drei Monate nach der Nationalratswahl kommt, ist zwar nicht unbedingt nachvollziehbar, aber generell ist der Schritt doch logisch. Schließlich endet die Palette an Parteien, denen auch nur annähernd der Sprung ins Parlament zuzutrauen ist, auf der linken Seite bei der SPÖ. Die Grünen liegen zwar auch eher auf der linken Seite, fischen aber in Wirklichkeit eher bei umweltbewussten Bürgerlichen oder weltverbessernden Liberalen als im dunkelroten Wählersegment. Links wäre also durchaus noch genug Platz für eine neue Kraft. Einzeln sind diese Parteien aber deutlich zu schwach, um tatsächlich irgendeine Art des politischen Mitspracherechts zu erlangen. Bei der KPÖ liegt das sicherlich zu einem großen Teil am Namen – viele werden vom „kommunistisch“ abgeschreckt, weil es doch noch sehr nach Sowjetunion und Planwirtschaft riecht. Trotzdem ist man aufgrund der Tradition nicht bereit, dieses Adjektiv einem besseren Wahlerfolg zu opfern. Die Piraten dagegen wirken zwar jung und modern – aber schon wieder so jung und modern, dass ihnen die Mehrheit der interessierten Wähler die reale Politik nicht zutraut. Sie werden immer noch von einer Nerd-Aura umgeben, oftmals wirkten auch ihre Medienauftritte eher wie wenn sich der Zocker aus der letzten Reihe für den Klassensprecherposten bewirbt. Dadurch werden gerade ältere Wähler wohl doch ziemlich abgeschreckt. Und der Wandel? Der wurde erst im September 2012 gegründet und leidet unter einem Mangel an finanziellen Mitteln und Bekanntheit. Bei der Nationalratswahl trat man nur in Wien und Oberösterreich an und erreichte dort knapp 3.000 Stimmen. Jedenfalls war schon vor der Wahl für alle klar, dass keine dieser Parteien den Einzug schaffen würde und daher wechselte wohl so manche Stimme doch zur SPÖ.

Anderes Modell
Eine Fusion, wie bei den Neos momentan im Gange, ist allerdings zumindest momentan noch lange kein Thema. Besonders die Piraten pochen auf ihre Eigenständigkeit, schließlich sind sie doch auch Teil eines internationalen Netzwerkes. Und wenn die Kommunisten nicht einmal den eigenen Parteinamen anpassen wollen, werden sie erst recht keine Fusion unter einem anderen Namen eingehen. Dadurch stellt sich auch die Frage nach dem Namen des möglichen Bündnisses. Dass man gesammelt als KPÖ oder Piratenpartei antritt, kann man wohl ausschließen. Die Einigung unter dem gemeinsamen Namen „ Der Wandel“ scheint zwar noch eine Spur realistischer, aber die Piraten zweifeln, ob es für sie vorteilhaft wäre, die eigene Marke aufzugeben. Dadurch bleibt wohl nur die Lösung durch einen Parteinamen, der das beschreibt, was man ist – zum Beispiel „Bündnis KPÖ-Piraten-Wandel“. Ob man so allerdings irgendwen hinter dem Ofen hervorlocken kann, bleibt äußerst fraglich. 

Samstag, 7. Dezember 2013

Wow - Der Winter ist da

Jedes Jahr das gleiche - der Winter bricht ins Land und die Bundesliga und ihre Vereine sind überrascht und schaffen es nicht, die Stadien spielbereit zu machen. Das zeigte sich diese Woche ganz deutlich. Denn der Untergrund in Wolfsberg am vergangenen Mittwoch war vieles, aber mit einem Rasen hatte er nichts mehr zu tun, und auch bis zur morgigen Partie gegen Rapid wird der Platz nicht wirklich besser  geworden sein. Die Verletzungsgefahr für Spieler ist immens hoch, an ein gepflegtes Spiel ist nicht zu denken und auch für die Zuschauer hält sich die Attraktivität in engen Grenzen.

Aber nicht nur in Wolfsberg gibt es diese Probleme. Auch in Wiener Neustadt musste heute schon das Spiel gegen Salzburg wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. In Grödig wurden die Fans auf Facebook um Mithilfe bei der Schneeräumung gebeten und auch in der Südstadt kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Spielabsagen.

Was haben alle diese Vereine gemeinsam? Sie besitzen keine Rasenheizung. Diese ist in Österreich nur bei einem Neu- oder Umbau des Stadion vorgeschrieben. In den Lizenzbedingungen ist allerdings angeführt, dass das Spielfeld ganzjährig bespielbar sein muss, was beim Klima in Österreich wohl nur mit einer Rasenheizung möglich ist. Trotzdem erwarten diese Vereine keine Strafen, weil die Bundesliga Ausnahmegenehmigungen verteilt, wie es ihr gefällt. Also wäre die Lösung des Problems ja ganz einfach, wenn man nur Vereinen die Lizenz erteilen würde, die auch eine Rasenheizung haben. Doch scheinbar fürchtet die Liga, damit den kleinen Vereinen die Chancen auf die Erstklassigkeit zu verwehren. Gleichzeitig wundert man sich aber, warum gerade im Winter immer weniger Leute in die Stadien kommen. Etwas mehr Weitsicht wäre hier vonseiten der Bundesliga notwendig, aber auch die Vereine müssen doch selbst merken, dass sich eine Rasenheizung langfristig nur positiv auswirken kann.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Winterpause entsprechend zu verlängern oder gleich auf eine Ganzjahresmeisterschaft umzustellen, wie das WAC-Präsident Josef Riegler fordert. Das würde aber wohl an den Top-Vereinen, die auch nach Europa schielen, auf wenig Gegenliebe stoßen, weil man bei den letzten Spielen in der Gruppenphase nicht mehr im Spielrhythmus wäre und man so Nachteile hätte.

Die dritte plausible Lösung wäre ein verpflichtendes Ausweichstadion für Vereine ohne Rasenheizung. Der WAC weicht im Februar bereits zwei Spiele lang nach Klagenfurt in die leerstehende EM-Arena aus, auch für die anderen Vereine wäre wohl eine Ausweichlösung kein großes Problem. So könnten Wiener Neustadt und die Admira in eines der Wiener Stadien ausweichen, immerhin gibt es in der Bundeshauptstadt drei Stadien, die über einen ganzjährig bespielbaren Rasen verfügen und Grödig könnte temporär in die Red-Bull-Arena wandern.

Fakt ist also, dass die Bundesliga das Winterproblem, das ja absolut kein neues ist, mit einem entschlossenen Vorgehen lösen könnte, aber vor mutigem Anpacken hat man ja in Österreich bekanntermaßen größere Angst als vor den Problemen. 

Mittwoch, 27. November 2013

Der Fussball Manager ist tot

Die letzte Ausgabe des FM
Nach 12 Jahren ist es nun endgültig vorbei. Die von Bright Future entwickelte und von EA Sports gepublishte Sportsimulationsserie endet mit dem diesjährigen Teil "FM 14". EA hatte bereits im Vorjahr dem Entwickler-Team rund um Fußball-Simulationsguru Gerald Köhler (früher bei Ascaron für Anstoss verantwortlich und danach Vater des FM) mitgeteilt, dass es im nächsten Jahr - also heuer - nur noch eine Legacy Edition geben wird. Legacy Edition? Hinter diesem Namen versteckt sich ein reines Datenbankupdate, gespickt mit ein paar Bugfixes und kleineren inhaltlichen Anpassungen. Also keine Neuerungen in der Spielmechanik, kein neuer 3D-Modus, nichts - nur ein simples Update!

Das wäre ja grundsätzlich noch gar kein Drama, so mancher anderen Serie würden längere Pausen auch ganz gut tun und der Fussball Manager 13 war und ist ja auch ein tolles Spiel. Die Sache mit der Legacy Edition hatte aber nur einen Haken - den Preis. EA Sports wagte es, dafür 40 € zu verlangen, also nur knapp 15 € weniger als die Jahre zuvor für "neuentwickelte" Spiele. Sofort nach der Bekanntgabe prasselte von allen Seiten harte Kritik an der Vorgehensweise des unter Gamern ohnehin schon unbeliebten Publishers aus Redwood City ein. Viele Fans boykottierten völlig zurecht den FM14 und nahezu alle namhaften Gamingportale rieten eher zum Kauf des FM13, der erstens mittlerweile schon um 28 € zu haben ist und zweitens in Deutschland sogar mehr Ligen enthält als die heurige Ausgabe.

Doch was passiert in Zukunft mit dem Entwickler? Bright Future, das mittlerweile die Zusammenarbeit mit EA beendet hat, legt laut Gerald Köhler nun zumindest eine Fußball-Pause ein und konzentriert sich vollständig auf den Mobile- und Online-Markt.

Stirbt der FM nun sofort? Garantiert Nein! Durch seine äußerst lebendige Community, die schon in den letzten Jahren Datenpakete für alle möglichen und unmöglichen Ligen herausgebracht hat, wird der FM sicherlich noch einige Jahre weiterleben. Durch seinen frei zugänglichen Editor bietet sich die Serie sowieso für jede Art von Modding an.

Kommt der Football Manager von Sega dafür jetzt endlich zu uns? Vermutlich. Sega denkt intensiv über einen Einstieg in den bisher ignorierten deutschsprachigen Markt nach. Allerdings liegen die Exklusivrechte für die deutsche Bundesliga bis Herbst 2015 noch bei EA, eine frühzeitige Abgabe an Sega ist sehr unwahrscheinlich. Das heißt, man müsste entweder bis 2015 warten, um das Produkt in Deutschland (und auch bei uns) auf den Markt zu schmeißen oder man behilft sich bis dahin mit Fantasieteams. Ob so der Einstieg jedoch möglich ist, darf bezweifelt werden. Ich würde mir jedenfalls garantiert keinen Manager kaufen, bei dem nicht die Namen aller Top-Ligen und die der Österreichischen Bundesliga integriert sind.